aus der ecke vernahm er ein leises wimmern. unvermutet wurde die tür aufgerissen. ein luftzug strich ihm übers gesicht. die absätze der stiefel schlugen auf den betonboden auf. bei jedem schlag kamen die stiefel näher. jetzt mussten sie unmittelbar vor ihm stehen. er meinte, den atem des anderen spüren zu können. er hörte, wie der andere einen gegenstand durch seine finger zog. denn seit er schon zwei tage mit verbundenen augen in diesem raum fest an einen stuhl gebunden war, hatte er sich angewöhnt, auf jedes geräusch, jede luftbewegung und auch auf jeden geruch zu achten. sein gegenüber hatte ein billiges aftershave aufgetragen. wieder bewegte sich der gegenstand in dessen fingern. er merkte, wie sich schweisstrophen auf seiner eigenen stirn bildeten.
die dunkelheit machte ihn wahnsinnig. er sah sich blutübertrömt auf dem boden liegen. jemand versuchte, worte aus ihm herauszuprügeln. doch er konnte nichts sagen, selbst wenn er wollte.
das penetrant riechende aftershave riss ihn aus seinen gedanken. jeden moment erwartete er einen schlag auf seinen körper.
das wimmern aus der ecke wurde lauter. ein plötzlicher luftzug liess ihn das schlimmste erwarten. die stiefelabsätze entfernten sich jedoch unvermittelt, die schwere tür fiel ins schloss. eine kalte stille legte sich über den raum, die nur durch das wieder leiser gewordene wimmern von zeit zu zeit durchbrochen wurde.
Mittwoch, 3. September 2008
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1 Kommentar:
Grüezi Herr Loser
Isch die gschicht extra chlii gschriibe?
Lg
Sam
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